Australische Forschende haben einen Gentest entwickelt, der das Risiko für bestimmte Krebsarten vorhersagt. Betroffene können so schneller Vorsorge erhalten.
Um frühe Anzeichen für ein Krebsrisiko zu erkennen, sind Ärzte bislang auf Bluttests und bildgebende Verfahren angewiesen. Ein australisches Forschungsteam hat nun einen anderen Ansatz entwickelt: Gentests. Sie sollen das Risiko von drei besonders wichtigen Krankheitsbildern erheben.
Tests erkennen Risiko für häufige Krebsarten
Unsere Gene können eine entscheidende Rolle dabei spielen, ob wir an bestimmten Krankheiten erkranken. Besonders bei einigen Krebsarten – wie Brust- und Eierstockkrebs oder Darmkrebs – gibt es bestimmte Gene, die das Risiko erheblich erhöhen.
Genau diesen Zusammenhang nutzten die australischen Forschenden aus. Sie entwickelten einen Gentest, der das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs und einen bestimmten Darmkrebs erkennt. Außerdem wurde das Risiko für einen familiär bedingten erhöhten Cholesterinspiegel getestet – ein Risikofaktor für Herzerkrankungen und Krebs. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Health veröffentlicht.
Betroffene erhalten frühe Versorgung
In der australischen Pilotstudie wurden 10.000 Menschen im Alter zwischen 18 und 40 Jahren getestet. Bei jedem 50. Teilnehmenden wurden Gene entdeckt, die das Risiko für bestimmte Krebsarten und Herzerkrankungen auf bis zu 80 Prozent erhöhen.
Träger der Risikogene können dann unter anderem an speziellen Früherkennungsprogrammen teilnehmen. Diese bieten große Chancen, lebensbedrohliche Krankheiten abzuwehren. Der Humangenetiker Christian Schaaf lobt den Ansatz der australischen Forschenden: „Die Herangehensweise war gut, weil man sich auf Krankheiten beschränkt, die sich sofort in Vorsorgeuntersuchungen oder auch medikamentösen Herangehensweisen umsetzen lassen, die dann auch die Gesundheit der Personen verbessern können.“ Schaaf war selbst nicht an der Studie beteiligt.
Bessere Krebsvorsorge auch in Deutschland?
Christian Schaaf sieht in der Studie auch Potential, wie man die Krebsfrüherkennung in Deutschland weiterentwickeln und damit effizienter gestalten könnte. So wäre es durch eine breite Testung der Bevölkerung möglich, das Programm zur Krebsfrüherkennung individuell anzupassen. „Es würde Personen geben, die dann früher und häufiger zur Krebsvorsorge kommen müssen. Genauso würde es aber auch eine große Gruppe in der Bevölkerung geben, die nicht mehr so häufig und auch nicht mehr so früh zur Früherkennung muss.“
Wichtig bleibe dabei der Datenschutz und dass es keine Diskriminierung, keine Benachteiligungen für Personen mit genetischen Risiken geben dürfe, betont Schaaf. Und es müsse eine persönliche Entscheidung bleiben, ob man diese Form der Vorsorge wahrnehmen wolle
