Welche Nachteile haben Zahnimplantate und besteht im Zusammenhang mit den Implantaten ein Allergierisiko?
Mögliche Nachteile von Zahnimplantaten
1) Operativer Eingriff & Heilungsdauer
Implantate werden in den Kieferknochen eingesetzt — das ist eine kleine Operation.
Mögliche Folgen:
- Schwellung, Schmerzen, Blutergüsse in den ersten Tagen
- vorübergehende Einschränkungen beim Essen
- Heilungsphase von mehreren Wochen bis Monaten
Bei Raucher:innen und Menschen mit Stoffwechsel- oder Knochenerkrankungen kann die Einheilung länger dauern oder schlechter verlaufen.
2) Risiko von Komplikationen
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff können auftreten:
- Infektionen / Entzündung des Implantatlagers (Peri-Implantitis)
- Abstoßung / Nicht-Einwachsen des Implantats
- Verletzung von Nerven oder Kieferhöhle (selten)
- Lockerung oder Bruch von Schraube, Aufbau oder Krone
Eine gute Mundhygiene und regelmäßige Nachsorge senken diese Risiken deutlich.
3) Höhere Kosten & Aufwand
- Implantate sind teurer als Brücken oder Prothesen
- gesetzliche Krankenkassen tragen nur Festzuschüsse
- regelmäßige professionelle Zahnreinigung & Kontrollen nötig
4) Knochenangebot kann begrenzender Faktor sein
Bei zu wenig Kieferknochen sind ggf. erforderlich:
- Knochenaufbau
- Sinuslift im Oberkiefer
Diese Eingriffe bedeuten zusätzliche Kosten, Zeit und ein etwas höheres Risiko.
5) Nicht für jede Person ideal
Implantate sind ggf. ungünstig bei:
- starkem Rauchen
- unbehandelter Parodontitis
- schlecht eingestelltem Diabetes
- starkem Bruxismus (Zähneknirschen)
- fehlender Mundhygiene
In solchen Fällen prüft die Zahnärztin / der Zahnarzt Alternativen oder zusätzliche Schutzmaßnahmen.
Besteht ein Allergierisiko bei Implantaten?
Die meisten Implantate bestehen aus Titan.
Titan gilt als biokompatibel und allergische Reaktionen sind sehr selten.
Mögliche Besonderheiten:
- Es gibt vereinzelt Berichte über Titan-Überempfindlichkeiten (keine klassische Allergie)
- Symptome können z. B. wiederkehrende Entzündungen oder Wundheilungsstörungen sein
- Echte Kontaktallergien sind extrem selten
Wenn bereits bekannte Metall-Allergien oder ungeklärte Implantatprobleme bestehen, kann eine Abklärung sinnvoll sein (z. B. Allergietest / Materialberatung).
Alternative Materialien
- Zirkonoxid-Implantate (Keramik): metallfrei, ästhetisch, gute Gewebeverträglichkeit
– allerdings etwas empfindlicher gegenüber Fehlbelastung und mit weniger Langzeitdaten als Titan
Zusammenfassung
Vorteile von Implantaten sind Stabilität, Natürlichkeit und Knochenerhalt —
Nachteile / Risiken betreffen vor allem Operation, Heilungsdauer, Kosten und mögliche Entzündungen.
Allergien auf Titan sind sehr selten; bei Verdacht gibt es diagnostische Möglichkeiten und ggf. keramische Alternativen.
Am besten fragen Sie den Zahnarzt Dr. Jochen Steuerwald, Eisenacher Straße 85 in Berlin-Schöneberg.
